Mini-Essays (11)
Liebe Maschine,
Du schreibst schnell, fehlerfrei, endlos.
Ich schreibe langsam, umständlich und dafür mit all den unnötigen Umwegen, die nur ein Mensch erfindet.
Darum stelle ich meine Seiten jetzt online, bevor du auch das kannst:
meinen Zweifel, meine Müdigkeit, mein Lachen im falschen Moment.
Ich erinnere mich noch genau: Fargo, zum ersten Mal gesehen, der Film, 1996, Coen-Brüder, Schnee, Lakonie. Eine Geschichte wie ein…
→Dieser Moment: Du trittst in die Pedale, der Wind streift dein Gesicht, die Straße fließt unter dir weg und plötzlich…
→Es gab keine Zeit der Weltgeschichte, in der so viele Dinge gleichzeitig behaupteten, wichtig zu sein. Smartphones vibrieren, Monitore blinken,…
→oder: Wenn jedes Bild möglich ist.
Die Fotografie hat ihren Triumph hinter sich und lebt nun in jenem paradoxen Zustand, den man gemeinhin Überfluss nennt. Sie ist überall, und gerade deshalb nirgends mehr wirklich.
→Der erste Wunsch, den wir an Kunst richten, ist der nach Bequemlichkeit. Wir treten vor ein Werk wie vor eine…
→Musik soll mich überfordern. Nicht trotz, sondern weil sie größer ist als mein Horizont, weil sie sich nicht nach meinen Erwartungen richtet, sondern mich an Grenzen führt, an denen ich den Halt verliere.
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Menschen sprechen von der „Work-Life-Balance“, als wäre sie eine orthopädische Fehlstellung. Ein schiefer Rücken der Gesellschaft, verursacht durch zu viel Sofa und zu wenig Ehrgeiz.
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Irgendwann fällt auf, dass niemand mehr nach dem Früher fragt. Nicht aus Desinteresse, sondern weil diejenigen fehlen, für die diese Zeit noch eine geteilte Landschaft war: die Eltern.
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Alles ist still geworden. Nicht die Welt, die lärmt weiter, wie sie es immer tut, sondern das eigene Innere. Keine…
→Spazierengehen ist eine der letzten Tätigkeiten, die sich jedem Zweck entziehen. Man geht nicht, um anzukommen. Man geht, um loszulassen…
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